Workshops
Die Frage, die in 139 AI-Kursen nicht vorkommt
4 Min Lesezeit · 4. August 2026
Im September laufen in der ganzen Schweiz die Swiss {ai} Weeks, 139 Veranstaltungen in einem Programm. Wir haben jede einzelne durchgelesen, weil wir selbst eine anbieten wollten und wissen mussten, was es schon gibt. Rund vierzig erklären, was AI ist. Ein gutes Dutzend zeigt, wie man damit baut. Und keine einzige stellt die Frage, die nach dem Bauen kommt.
Vor zwei Jahren war «was ist AI» die richtige erste Frage, und die Kurse dazu waren nötig. Inzwischen erzeugt jedes Team in einer Stunde etwas, das fertig aussieht: ein Konzept oder eine ganze Kampagne. Das Herstellen ist billig geworden. Damit rückt das Problem eine Stufe weiter, zur Frage, ob das Erzeugte etwas taugt. Und die stellt im Programm niemand.
Warum ausgerechnet diese Frage fehlt
Sie ist die unbequemste. Ein Grundkurs endet mit einem Erfolgserlebnis, weil am Schluss etwas auf dem Bildschirm steht. Ob es gut ist, zeigt sich erst später, beim Kunden oder im Sitzungszimmer. Dazu kommt eine Eigenschaft von Maschinenarbeit, die in keinem Grundkurs vorkommt: Der Praktikantentext mit Fehlern verrät sich selbst, holprig und voller Tippfehler. Der Maschinentext mit Fehlern kommt in fehlerfreiem, flüssigem Deutsch daher. Wie wir selbst damit umgehen, zeigt der Beitrag über die 565 geprüften Websites.
Schlechte menschliche Arbeit sieht schlecht aus. Schlechte Maschinenarbeit sieht gut aus.
Woran du einen brauchbaren Kurs erkennst
Drei Dinge kannst du vor der Anmeldung prüfen. Arbeitet der Kurs an eurem eigenen Material oder an vorbereiteten Beispielen? Läuft am Ende etwas, das ihr am Montag im Geschäft benutzt? Und gibt es eine Antwort auf die Frage, woran ihr nachher erkennt, ob ein Ergebnis gut genug ist, um es rauszulassen, und wer das entscheidet?
Die dritte Frage ist der schnellste Test. Stell sie der Anbieterin vor der Buchung. Kommt eine konkrete Antwort, habt ihr einen guten Kurs gefunden. Kommt keine, lernt ihr herstellen und bleibt beim Beurteilen allein.
So arbeiten wir Workshops an deinem Material
Unsere Workshops fangen dort an, wo die Grundkurse aufhören. Wir arbeiten an deinem Material und ihr geht mit zwei Dingen raus: etwas, das läuft, und einem Massstab, mit dem ihr Maschinen-Ergebnisse beurteilt, bevor sie das Haus verlassen.
Schreib uns, woran dein Team gerade arbeitet, und wir bauen den Workshop darum herum. Zuschauen geht auch. Am 17. August 2026 zeigen wir im Online-Kurs «Agents do the work» an unserem eigenen Material, woran wir Maschinen-Ergebnisse messen, bevor sie zu Kundenarbeit werden. Bewusst kein Workshop, sondern 90 Minuten Vorführung, auf Englisch, CHF 29.
Die 139 Veranstaltungen sind übrigens ein gutes Zeichen. Ein Land, das so viele AI-Kurse füllt, hat die Frage «brauchen wir das?» hinter sich. Die Qualitätsfrage füllt dann die Programme von 2027. Dein Team kann sie sich schon dieses Jahr beantworten.